Shanghai
Tag 2
Obwohl wir vorgewarnt wurden, war unsere erste Begegnung mit dem chin. Frühstück eine echte Herausforderung für den europ. Magen. Nix mit lecker Toast, Spiegelei oder gebratenem Speck. Anstelle gab es eine lauwarme Sojamilch (würg zum ersten), dazu einen kleine Schüssel mit Reis-Matsche (ging so, schmeckte nämlich eigentlich nach gar nichts wirklich). Gefolgt wurde die kulinarische Meisterleistung von einer Auswahl an buntem Allerlei (undefinierbar, teilweise genießbar und sehr würzig. Tofu war auch dabei). Das halbe, eine Stunde lang gekochtes Gänseei war alles andere als genießbar (würg zum zweiten) und sehr "pikant". Das Beste war so eine Art Mini-Germknödel nach China-Art und Kuchen. Aber zum Glück gab es noch ne Tasse Kaffee. Und die Reis-Pampe machte satt.
Um neun Uhr wurden wir offizell empfangen. Ein hohes Tier von der Partei und der Präsident der Uni haben uns samt Kamera und Dolmetscher begrüßt.
Danach folgte auch schon die erste Vorlesung, Thema: China's Beitritt zur WTO.
Nach dem Mittagessen (quasi das gleiche wie zum Frühstück, nur ohne Sojamilch und mit mehr Hühnchen - dafür lecker) ging es dann in diverse Museen in Shanghai City. Die waren wie zu erwarten z.T. verdammt langweilig, da wir das meiste nicht verstanden haben.
Der Höhepunkt war dann, was sonst, das Abendessen! Es ging in ein Restaurant in einem typischen Touri-Viertel. Und Bill Clinton war dort auch schon einmal. Gegessen haben wir einmal Querbeet à la cart. Dabei habe ich mir als Vorspeise eine SCHILDKROETEN-Suppe bestellt, gefolgt von zerhacktem Frosch. Schließlich will ich hier ja auch alles mal testen...
Die Seegurke habe ich allerdings außen vor gelassen, die sah mir zu glipschig aus. Thorsten ist da dann für mich eingesprungen und hat sogar Nachschlag genommen :)
Ich muss euch sagen, dass die kleine Schildkröte (ca. 1/4 schwamm als Ganzes inkl. Bein in meiner Suppe) sogar echt lecker und abwechslungsreich geschmeckt hat: die Haut schmeckte nach Fisch, das Innere eher nach Hühnchen. Frosch brauch ich nicht noch einmal, waren zu viele Knochen- und Knorpelstückchen drin.
Und noch geht's mir gut. Liegt aber vielleicht auch am billigen Bier - immerhin nach deutscher Braukunst gebraut.
Das soll's dann erst wieder aus China sein. Ich lebe noch und mir geht's gut.


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