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Montag, 3. November 2008

Montag, 03.11.2008


Tianjin
Tag 1

Heute ging's auf zu unserer Tochterfirma in Industriepark TEDA, Tianjin. Das ist also nicht ganz Peking.. Hier werde ich bis Mittwoch mal nen bissel arbeiten, muss ja schließlich auch mal sein.
Aber darüber brauch ich euch ja nichts schreiben. Will hier ja niemanden langweilen.
Ach, eines kann ich aber noch erzählen. Es war doch recht kalt in der Firma. Wir saßen da alle in Mantel bzw. Jacke im Büro. Das Probelm in nördlichen Teil Chinas ist, dass die Heizung zentral gesteuert wird und nur vom 15. November bis zum 15. März läuft. Glücklicherweise gibt es für TEDA eine Außnahme. Somit läuft die Heizung von Anfang November bis Ende März - und heute war der erste Tag mit Heizung. Allerdings waren nur die oberen Räume (lau)warm, der Rest war arschkalt. Ich glaube sogar, dass es draußen in der Sonne angenehmer war... Und im Hotel ist es wieder anders. Da meinen die das wohl besonders gut mit uns. Da dürften so knappe 27 bis 30° drinn sein. Und da bekommt man genau so die Krise...

Faszinierend ist auch noch immer der Fahrstil der Chinesen.
Die haben hier zwar Ampeln und Verkehrszeichen, die scheinen aber wenn überhaupt nur Fussgänger zu beachten. Die Autofahrer sind da relativ schmerzfrei, Überholen auf dem rechten Standstreifen sind da noch so ziemlich das harmloseste. Nähert man sich einer Kreuzung, wird laut gehupt und man hat (bzw. nimmt sich die) Vorfahrt. Rechtsabbieger werden dabei sogar oft von der ganz linken Spur überholt.. Und die Fahrrad- und Moppedfahrer sind da genau so schmerzfrei. Es gibt sogar Moppeds mit einer Dauerhupe - kein Scherz. Und das Beste ist, dass die Chinesen bei dem ganzen Verkehr total ruhig bleiben und noch nicht einmal mit der Wimper zucken, wenn sie fast mit ihrem Auto jemanden überfahren haben.


Daher hat hier jeder Expatriate auch mindestens fünf Notfallnummern in seinem Handy und versucht das Ding auch nach einem Unfall noch bedienen zu können. Die Chinesen sind da wohl relativ "distanziert" und kümmern sich nicht so liebevoll um einen, wenn man am Boden liegt und schon nen Liter Blut verloren hat. Da hilft wohl nur, sich selbst um Hilfe zu kümmern.
Auch meiden es hier alle Ausländer selbst Auto zu fahren. Ist wohl zu gefährlich - auch von der Rechtssprechung. Und die, die es dennoch machen, haben meistens von ihrem Unternehmen aus eine Art Krisenbewältigungsprogramm. Wenn die nen Unfall bauen bzw. auch nur unschuldig darin verwickelt sind, flüchten die ohne Umwege sofort aufs Firmengelände und geben dort den Fahrzeugschlüssel ab, das Unternehmen klärt dann den Rest...


Ist halt nen bissel anders als bei uns.

Bis dann!

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